Fasten - so viel mehr als eine Diät

Charakteristisch für Diäten ist häufig die einseitige Zuführung von Nahrungsersatz oder der einseitige Verzicht auf Lebensmittel. Nach Diäten nehmen Nutzer meist genauso schnell wieder zu, manchmal sogar mehr als sie abgenommen haben (sogenannter Jo-Jo-Effekt).

Im Kern geht es allerdings um Gewohnheiten, egal ob eingetrichtert, angelernt oder langsam anerzogen.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass für eine langfristige Gewichtsabnahme und Gesundheitsprävention, die Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und körperlicher Aktivität entscheidend ist, wie bei ganzheitlichen Fastenprogrammen der Fall.

Dabei ist die intensivere Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, eigener Gesundheit und Ernährung elementar. Fasten vermag wie nichts anderes der Einstieg in eine gesundheitsfördernde Ernährung und Lebensweise zu sein.

Für korrekt durchgeführtes Fasten werden auf biologischer/körperlicher Ebene vor allem zwei spezifische Effekte beobachtet:

- Autophagie (Selbstreinigung der Zellen/Recycling von Zellabfällen)
- Ketonkörper (antientzündliche, ketogene Stoffwechsellage)

Fasten wird deshalb auch medizinisch breit angewendet:

- Absenkung von Blutdruck und Ruhepuls
- Absenkung von Blutzucker- und Blutfettwerten wie Cholesterin
- Beruhigung von Asthma und Allergien
- Antientzündliche Wirkung bei Rheuma
- Beruhigung von Reizdarm und Darmentzündungen

Auszug von Diätprogrammen

Clean zu bleiben, fit zu sein oder sich richtig zu ernähren fühlt sich häufig an, wie einen Gebrauchtwagen zu kaufen oder einen Mobilfunkvertrag zu unterschreiben: unsicher und unübersichtlich. Am Ende fühlt man sich an der Nase rumgeführt.

Der Menge von Diäten, Fitness- und Abnehmprogrammen oder Nachhaltigkeitsversprechen könnte kaum größer sein und wächst stetig weiter. Zeitgleich ist inzwischen wissenschaftlich belegt: Kurzzeitige Diäten wirken nicht dauerhaft.

Brigitte-Diät

Primärer Fokus auf Gewichtsmanagement und Veränderung der Essgewohnheiten. Die Diät kombiniert Mischkost mit körperlicher Aktivität. Diese Diät kann bei Aufrechterhaltung dauerhaft zu einer Gewichtsabnahme führen. Ketonkörper und Autophagie werden hier nicht angeregt.

Weight Watchers

1963 von der Amerikanerin Jean Nidetch entwickelt: eine Mischkost Diät mit ballaststoff- und proteinreichen Lebensmitteln – fett- & energiearm sowie sättigend. Für gesunde Übergewichtige geeignet und ebenfalls längerfristig anwendbar. Regelmäßige Gruppentreffen unterstützen den Austausch und die gegenseitige Motivation.

Saftkuren/Entgiftungsdiät

Diese Diäten sind meist reine Saftkuren. Nach einer Darmentleerung trinkt man in der Regel tagelang Wasser, Kräutertee und Obst- und Gemüsesäfte. Dabei soll der Körper Stoffe wie Alkohol, Medikamente oder Umweltgifte abbauen.

Aus ernährungswissenschaftlicher und medizinischer Sicht größtenteils nicht sinnvoll, aufgrund von hohem Proteinverlust, hohem glykämischen Index (viel Zucker und damit Insulinausschüttung), keine Autophagie oder Ketonkörper. Der schnelle Gewichtsverlust beruht vor allem auf einem Verlust von Wasser und nicht von Körperfett.

Schlaf-Diät

Hier ist eine Insulin-Trennkost und fester Mahlzeitenrhythmus wichtig. Ziel ist eine geringe Insulinausschüttung. Die Mahlzeiten enthalten viele Kohlenhydrate oder Proteine. Abends wird gänzlich auf Kohlenhydrate verzichtet. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund, Kohlenhydrate und Proteine getrennt zuzuführen. Auch, wenn die theoretische Idee aus biochemischer Sicht irgendwie verständlich ist, aus ernährungswissenschaftlicher und medizinischer Sicht gibt es keine sinnvolle Grundlage für diese „Diät“.

ß-HCG Diät

Verrückt, aber es kursiert in der Diätwelt … definitiv unsinnig und abzuraten!

Das Hormon (humanes) Choriongonatropin (sog. Beta HCG) wird während der Schwangerschaft verstärkt produziert. 500 kcal täglich und die Einnahme von HCG in Form von Tropfen, Pastille oder Tablette … es soll vor allem Bauchfett abbauen. Der wissenschaftliche Nachweis hierfür steht aus und die biologischen Folgen durch die Hormoneinnahme auch.

Paleo

Diese Trend-Diät ist eine primäre Ernährung mit Wildfleisch. Der einseitige, hohe Verzehr tierischer Proteine & Fette ist aus gesundheitlicher Sicht irrsinnig. Die Theorie hinter dieser Steinzeiternährung ist, dass der Mensch sich an diese Ernährung genetisch angepasst hat… quatsch und davon abgesehen auch nicht reproduzierbar. Die meisten Tiere & Pflanzen gibt es in diesen ursprünglichen Formen aufgrund jahrhundertelanger Zucht kaum noch.

Glyx

Der Name Glyx-Diät kommt vom glykämischen Index, also ein Maß des Zuckeranstiegs nach dem Essen. Auch hier werden viele tierische Fette & Proteine auf den Speiseplan gesetzt…ungünstig aus gesundheitlicher Sicht. Positiv ist der Verzicht auf Zucker, allerdings gibt es keine belastbaren Studienergebnisse (keine Evidenz) für längerfristige Ergebnisse.

Formula-Diäten

Es gibt unzählige Anbieter … gemeinsam haben alle den Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten mit einer Ersatzsubstanz. Formula-Diäten enthalten viel Proteine, weniger Kohlenhydrate und Fette. Bei längerer oder regelmäßigerer Anwendung sollten Ärzte konsultiert werden. Der oftmals hohe Proteinanteil kann für die Nieren belastend werden.

Basenfasten

Dieser Begriff steht für „basische“ Ernährung zur „Entsäuerung“ des Körpers … bestimmtes Gemüse, Obst oder Nüsse. Da der Körper selbst über einen Säure-Base-Haushalt mit verschiedenen Puffersystemen verfügt, erscheint diese Diät aus medizinischer Sicht unsinnig. Es gibt keinen Wirkungsnachweis einer „basischen“ Ernährung auf den Körper ph-Wert. Da hierbei oft auch essenzielle Nährstoffe vernachlässigt werden, ist langfristiges Basenfasten nicht empfehlenswert.

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