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Fasten wie ein Königspinguin


Die meisten Tiere können schlechte Zeiten ohne Futter überbrücken, indem sie von ihren körpereigenen Reserven zehren. Das Fasten ist eine physiologische Fähigkeit von Menschen und Tieren mit zahlreichen therapeutischen Nebeneffekten. In der Natur wird vielerorts im Winter gefastet – periodisch ist keine Nahrung vorhanden.


Der Königspinguin hält den Weltrekord unter extremsten Bedingungen: Ein halbes Jahr bei bis zu -40 °C antarktischer Kälte.

6-Monate Fasten: Pinguine und Physiologie


Die Eier der Pinguinpaare müssen vor Kälte geschützt werden und gleichzeitig muss Futter rangeschafft werden. Dabei sucht ein Pinguin weit entfernte Jagdgründe auf, der andere bleibt und wärmt das Ei.

Königspinguine müssen in ihrem langen Leben bis zu 20 Mal halbjährig fasten – also insgesamt 10 Jahre!


Stoffwechsel fastender Menschen & Pinguine ist sehr ähnlich und gut untersucht. Das Gehirn kann sich aufgrund seiner Blut-Hirn-Schranke nur von Zucker oder Ketonkörpern (Produkt aus Fettabbau) ernähren.

Im Fasten passt sich der Stoffwechsel gleichermaßen an


Zunächst beginnt der Körper, die Zuckerspeicher (sog. Glykogen) in Leber und Muskel zu leeren und geringfügig Protein in Zucker umzuwandeln.


Nach kurzer Anpassung verwertet das Gehirn die aus dem Fett hergestellten Ketonkörper. Die Energie wird fast ausschließlich durch Fettverbrennung gewonnen:

- In 24h werden ca. 80 g Protein zur Umwandlung in Zucker abgebaut.

- Der übrige Energiebedarf wird durch ca. 150 g Fettgewebe gedeckt.

- Der Proteinabbau für die Zuckerherstellung fällt ab (<3-5 % des täglichen Energiebedarfs).


Eine gesundheitsschädigende Grenze ist erreicht, wenn ca. 35-45 % des Gesamtkörpereiweißes abgebaut sind.


Bei normalgewichtigen Personen tritt dies nach ca. 40 Fastentagen auf. Bei adipösen (stark übergewichtigen) Menschen reichen die Fettreserven z. T. noch deutlich länger aus.

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