Heilfasten im Zyklus der Frau

Wann ist der richtige Zeitpunkt?


Wir möchten Dir gern mit diesem Beitrag eine einfache Hilfestellung an die Hand geben, sodass Du für Dich ganz individuell die folgende Frage beantworten kannst: Wann ist während des weiblichen Zyklus der richtige Zeitpunkt für das Heilfasten?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Michalsen, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Vertretern für Naturheilkunde, Ernährungs- und Fastenmedizin weltweit zählt, haben wir diesen Artikel erarbeitet und freuen uns sehr, Dich an unsere Empfehlung Schritt für Schritt heranzuführen. Bei Salufast ist uns wichtig, dass das Programm und alle Funktionen der App auf wissenschaftlicher Grundlage basieren. Leider gibt es aktuell zu dieser Fragestellung noch keine evidenzbasierte Studie, die unseren Ansprüchen genügt. Dennoch wollen wir uns gern dem Thema Heilfasten im Zyklus nähern.


Zu Beginn möchten wir sicherstellen, dass es ein einheitliches Verständnis über den weiblichen Zyklus gibt. Im Folgenden gehen wir deshalb auf die drei Zyklus-Phasen ein: Menstruelle Phase, präovulatorische Phase und Lutealphase.

Dein Zyklus beginnt mit der monatlichen Blutung – die menstruelle Phase


Wird die Eizelle nicht befruchtet, so wird die überflüssige Schleimhaut (Endometrium) aus der Gebärmutter über die Scheide ausgeschieden. Ein ganz natürlicher Reinigungsprozess der Frau, der unterschiedlich lang andauern kann (ca. 5 bis 7 Tage). Während dieser menstruellen Phase verlieren Frauen oftmals sogar etwas Gewicht, was auf einen intensiveren Stoffwechsel und die höhere Wasserausscheidung zurückzuführen ist. In dieser besonderen Phase des weiblichen Zyklus fallen die Hormonspiegel (Östrogen und Progesteron) rapide ab und „Frau“ ist nicht selten empfindsamer oder in sich gekehrt. Das hast Du sicher schon bei Dir selbst spüren können.


Altes wird losgelassen, neues wird aufgebaut. In dieser Phase solltest Du Dir mental sowie körperlich etwas Gutes tun und nicht noch zusätzlich Verzicht üben. Höre auf Deinen Körper und gönne Dir Ruhe oder auch Rückzug (wenn Dir danach ist).


Aufbau, Wachstum und Neubeginn stehen für die 2. Phase, die  präovulatorische Phase


Diese Phase beginnt mit dem Ende Deiner Menstruation. In der präovulatorischen Phase wachsen einige Follikelbläschen für die nächsten 14 Tage im Eierstock heran. Am Ende platzt nur ein einziger Follikel zum Eisprung auf und gibt die Eizelle zur Befruchtung in den Eileiter frei. Während des Wachstumsprozesses steigt der Östrogenspiegel stark an – der Eisprung erfolgt, wenn die Östrogenkonzentration am höchsten ist. Bemerkbar macht sich dieser Anstieg auch in Deiner körperlichen Verfassung.

"Wir haben festgestellt, dass Östrogen den Appetit senkt, indem es den gleichen Stoffwechselweg nutzt, wie das Fettstoffwechselhormon Leptin“, erklärt Tamas L. Horvath, Leiter der Studie und Professor für vergleichende Medizin an der Yale Universität. 04.01.2007


Tipp: Beobachte doch einmal, ob Du in dieser präovulatorischen Phase vermehrt positive Energie, Aktivität und Kraft verspürst.


Erstaunlicherweise haben Wissenschaftler sogar herausgefunden, dass dieser Anstieg des Östrogen-Hormons, auch dazu führt, dass „Frau“ weniger Appetit verspürt.

Mit dem Eisprung beginnt Phase 3 – die Lutealphase


Hat der Follikel die Eizelle freigegeben, wandelt sich dieser Follikel in den Gelbkörper um. Dieser sogenannte Gelbkörper schüttet verstärkt das Hormon Progesteron aus, um die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung des Embryos vorzubereiten. Bleibt die Befruchtung aus, bildet sich der Gelbkörper zurück und der Hormonspiegel sinkt ab. Dann beginnt wieder alles von vorn – mit der Menstruation in der oben beschriebenen Phase 1 wird die überschüssige Schleimhaut abgestoßen.


Zu Beginn der Lutealphase steigt Dein Appetit deutlich an und die Gelüste kommen spürbar in Dir hoch. Ursache dafür ist das Hormon Progesteron, welches mit dem Eisprung ansteigt und erst kurz vor Eintritt Deiner Menstruation sinkt. Gleichzeitig nimmt in dieser Phase Dein Energielevel nun Schritt für Schritt ab, Deine Körpertemperatur steigt wieder langsam an. Dein Körper bereitet sich nun allmählich auf die bevorstehende Reinigung (Menstruation) vor.


Du spürst das vielleicht als leichte Abgeschlagenheit, Muskelschwäche, Stimmungsschwankungen oder in sogenannten prämenstruellen Syndromen (PMS). Nutze bereits diese Phase, um ein wenig runterzufahren.

Wann ist nun der richtige Zeitpunkt zum Heilfasten für eine Frau?


Auf Basis zahlreicher Erfahrungsberichte sowie zunehmenden Erkenntnissen hinsichtlich der biologischen Prozesse beim Heilfasten können wir Dir die präovulatorische Phase (2. Phase) empfehlen. Der geeignete Zeitpunkt für Deine Heilfastenkur mit Salufast ist somit das Ende Deiner Periode bis zum Eisprung.


Zu beachten ist, dass die präovulatorische Phase von einer niedrigeren Körper-Kern-Temperatur bestimmt ist. Da bekannt ist, dass auch beim Fasten die Körpertemperatur um wenige Grad herabgesetzt wird, kommt es zu dieser Zeit zum bekannten Frösteln. Unsere warmen Gerichte und abgestimmten Tees in der Fastenbox wirken dem Kältegefühl effektiv entgegen. Nach vielen, zehrenden Erfahrungen mit Saftkuren, zeigen sich die Vorteile warmer Fastenmahlzeiten besonders – den Körper durch diätetisch abgestimmte Mahlzeiten von Innen zu wärmen ist die „halbe Miete“.

Die Vorteile dieser Zyklusphase für das Heilfasten liegen für uns klar auf der Hand:


Dabei ist zu beachten, dass nicht jeder Zyklus der Frau dem Regelzyklus entspricht und man Schwankungen sowie Ausfällen der Regelblutungen unterliegen kann. Da diese oben aufgeführten Erkenntnisse noch nicht wissenschaftlich untersucht und belegt sind, möchten wir Dich darauf hinweisen, dass dies lediglich eine sogenannte Experten-Empfehlung ist – also auf Basis bisheriger (klinischer) Erfahrungen und Beobachtungen. Auch wenn wir bereits auf reichlich Beobachtungen zurückgreifen können – eine „harte“ Evidenz gibt es bislang leider noch nicht. (Das wollen wir zukünftig angehen.)


Bestenfalls beobachtest Du einmal die unterschiedlichen Zyklusphasen bei Dir selbst, um dann den geeigneten Zeitpunkt für das Heilfasten im Zyklus zu finden. Du könntest zum Beispiel beobachten, in welcher Phase Du größeren Hunger verspürst und in welcher Phase es Dir schwerer fällt, auf Nahrung zu verzichten. In dieser Phase würden wir Dir empfehlen, nicht zu fasten, sondern entsprechend eine andere Zyklusphase zu wählen.


Auf jeden Fall scheint es nach dem Fasten einige positive Veränderungen zu geben: In älteren Lehrbüchern wird über Verbesserungen des prämenstruellen Syndroms (PMS) und mehr Regelmäßigkeit im Zyklus berichtet. Große Studien zum Heilfasten im Zyklus fehlen hierzu leider, die diese positive Veränderung wissenschaftlich belegen können.

Fruchtbarkeit & Heilfasten – das solltest Du wissen


Hunger ist „Stress“ und unser schlauer Körper steckt in „Not-Zeiten“ natürlich keine Energie in die Reproduktion. Evolutionsbiologisch sehr sinnhaft, denn unser Körper weiß nicht, wie lange er haushalten bzw. sparen muss und auch der Nachwuchs würde in harten Zeiten Hunger leiden. Daher ist die Fruchtbarkeit sowohl beim Mann als auch bei der Frau hinsichtlich der hormonellen Indikatoren reduziert.


Interessanterweise gibt es aber spannende Hinweise, dass nach einem Fasten die Fruchtbarkeit und Fertilität gesteigert ist. Biologisch ergibt das auch wieder Sinn. Jetzt ist die Not vorbei und die Phase des erneuten Nahrungszugangs sollte schnell zur Schaffung von Nachkommen genutzt werden. 


Die Berliner Charité führt derzeit in Kooperation mit Salufast eine Studie durch, um herauszufinden, ob Fasten die Spermienqualität verbessern kann. Es konnte bereits gezeigt werden, dass Fasten einige entscheidende hormonelle Prozesse, die mit Kinderwunsch und Spermienqualität assoziiert sind, beeinflussen kann. Die Studie findet ortsunabhängig statt und richtet sich an Männer im Alter von 18-50 Jahren mit seit mindestens einem Jahr bestehendem unerfülltem Kinderwunsch.


Erfahre mehr über die Studie:https://naturheilkunde.immanuel.de/forschung/aktuelle-studien/ernaehrung-bei-kinderwunsch/fasten-zur-verbesserung-der-spermienqualitaet/

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